Museumsbesuch – AT, das lebende „Museum“

Visiting a museum – AT, the living „museum“

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Nach langer Themenpause möchte ich wieder einmal etwas zu „Museumsbesuchen“ schreiben. In den vergangenen Monaten wurden von mir und meiner Familie etliche faszinierende Orte besucht an denen ich eine ordentliche Anzahl von Fotos geschossen habe. Diese und dazu gehörige Geschichten möchte ich Euch nicht vorenthalten. Sie haben nicht unmittelbar etwas mit dem Tabletop-Hobby zu tun, doch können sie, meines Erachtens, hervorragend der Inspiration dienen.

After a long theme break, I would like to write something about „museum visits“ again. Over the past few months, my family and I have visited a number of fascinating places where I took a good number of pictures. I do not want to deprive you of these and the related stories. They are not directly tied to the tabletop hobby, but they are, I believe it, of great inspiration.

Die Sommerferien 2017 verbrachten wir in den USA. Wir hatten dort ein Ferienhaus in den Blue Ridge Mountains und eines auf den Outer Banks. Die Bekanntheit dieser beiden Regionen sind im deutschsprachigen Raum überschaubar. Das zeigt sich auch an dem Umfang ihrer Wikipedia-Einträge. Wenn Ihr näheres dazu wissen möchtet, dann wechselt auf die englischsprachige Seiten. Durch die Blue Ridge Mountains führt unter anderem der Appalachian Trail. Auch hier verweise ich lieber auf den englischen Artikel. An diesen Wanderweg habe ich ein wenig mein Herz verloren! Da wir in regelmäßigen Abständen die USA besuchen und die Appalachen irgendwie immer auf unserem Weg liegen stolperten wir zwangsläufig über den Trail. Als begeisterter Wanderer war es dann Ehrensache für mich, dass ich auch einen Teil davon laufe. Vor zwei Jahren bin ich mit meiner jüngsten Tochter ein Stück vom Clingmans Dome aus gewandert und wie es der Zufall wollte, lag ein Einstieg des Trails in diesem Sommerurlaub tatsächlich recht nahe an unserem Ferienhaus. 😉 Die Größe des AT könnt Ihr in unten gezeigter Karte sehen. Wer noch mehr dazu wissen möchte, dem sei YouTube ans Herz gelegt. Es gibt dort Unmengen an Filmen, Tipps und Tricks wie man den Weg besteht. U. a. auch von Through hikern (meine großen Vorbilder! 🙂 ).

We spent the summer holidays 2017 in the US. There we had a holiday home in the Blue Ridge Mountains and one on the Outer Banks. The awareness of these two regions is manageable in German-speaking countries. This is also reflected in the scope of their Wikipedia entries. If you want to know more, then please switch to the English pages. Among others the Appalachian Trail leads through the Blue Ridge Mountains. Again, I recommend the English article. I have lost my heart somewhat on this trail! Since we regularly visit the US and somehow the Appalachian Mountains are always on our way we inevitably stumbled over the trail. As an enthusiastic hiker, it was a matter of honor for me to run a part of it. Two years ago I hiked with my youngest daughter a section from the Clingmans Dome. And, how lucky we were, one entrance of the trail  was really close to our holiday home in this summer holiday. 😉 The size of the AT can be seen on the map below. If you want to know more about this, then YouTube is recommended. There are tons of movies, tips and tricks on how to get there. Also from Through Hikers (my great role models! 🙂 ).

appalachian-trail-map
Source: http://www.highlandscurrent.com

Wir konnten im Urlaub die totale Sonnenfinsternis betrachten und suchten uns hierzu einen abgeschiedenen (so dachten wir zumindest) Aussichtsfelsen aus. Es handelte sich dabei um die Humpback Rocks. Diese Idee hatten aber auch noch Dutzende andere Sonnentouristen. Für diesen Teil Virginias waren mehr als 90 % Verdunkelung angesagt und so lagen wir wie die Seehunde auf den Klippen da und verbrachten mehrere Stunden damit zuzusehen, wie sich die Sonne verdunkelte.

We were able to have a look at the total solar eclipse during our holidays and for this purpose we chose a secluded (at least we thought that) lookout rock. These have been the Humpback Rocks. But this idea also had dozens of other sun tourists. For this part of Virginia, more than 90% of the blackout was announced, so we lay there like the seals on the cliffs and spent several hours watching the sun go dark.

Ein Ergebnis war, dass wir entdeckten, dass sich hier auch ein Einstieg in den AT befand. Ich überredet also meine Damen mich zwei Tage später hier mit Rucksack abzusetzen, so dass ich einige Kilometer (ca. 15 – 18 km) bis zu unserem Ferienhaus zurück andern konnte. Sie waren einverstanden, denn dann konnten sie zum Baden an einen der vielen Seen die es in der Gegend gab gehen. Das Einverständnis relativierte sich allerdings bei der morgendlichen Hinfahrt, denn auf der Fahrt zum Parkplatz überquerte ein Schwarzbär die Straße. Wir waren also nicht alleine hier im Wald! 😉 Nach kurzer Diskussion entließ man mich dann doch auf den AT. Ich machte mich bei schönstem Sonnenschein und ca. 25°C auf den Weg. Den Einstieg seht ihr in der Bilderfolge. Zuerst ging es schnurstracks bergab, aber das Pfadfinderwort sagt ja: „Alles was Du bergab gehst, wirst Du irgendwann wieder bergauf gehen!“. So war es dann auch! Im Schweiße meines Angesichts bahnte ich mir meinen Weg durch die amerikanische Wildnis.

One result was that we discovered that near the Rocks was also an entry into the AT. So I persuaded my ladies to drop me off two days later with my backpack so that I could hike back a few kilometers (about 15-18 km) to our holiday home. They agreed, because then they could go swimming to one of the many lakes that existed in the area. However, the agreement melted, because on the way to the parking lot a black bear crossed the road. So we were not alone in the forest! 😉 After a short discussion, I was then released to the AT. I set off in the most beautiful sunshine and about 25° C. You see the entrance in the following picture sequence. At first it went straight downhill, but the scout word says: „Everything you go downhill, you will eventually go uphill!“. And that’s the way it was! Sweating I made my way through the American wilderness.

 

Bald war der Waldweg passé und ich marschierte über einen steinigen Pfad. Ich begann ich zu bedauern, dass ich (im Gegensatz zur letzten AT-Wanderung) meine Wanderschuhe zu Hause in Deutschland gelassen hatte. Ich war mit Trecking-Schuhen unterwegs und durch deren verhältnismäßig dünnen Sohlen spürte ich die steinigen Wege sehr unangenehm.

Soon the forest path was gone and I walked over a stony path. I started to regret that I had left my hiking boots at home in Germany (unlike for the last AT hike). This time I was traveling with trekking shoes and through their relatively thin soles I noticed the stony paths very uncomfortable.

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Der Appalachian Trail führt in der Regel durch Nationalparks und ist Eigentum des Bundes. Er wird von Rangern, aber noch viel mehr von Freiwilligen verschiedener Vereine gepflegt. Wie es sich für einen Nationalpark gehört, darf dort nichts verändert werden. Wo ein Baum umfällt, fällt er um und bleibt liegen. Ist das jetzt auf dem Weg, dann gibt es kreative Lösungen damit umzugehen. Eine davon seht Ihr nachfolgend.

The Appalachian Trail usually passes through national parks and is federal property. It is maintained by Rangers, but much more by volunteers of various clubs. As  itbefits a national park, nothing should be changed there. Where a tree falls, it falls and the remains stay lying. If that is on the way, then there are creative solutions to deal with it. One of them you can see below.

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Im Gegensatz zur Tour am Clingmans Dome in North Carolina und Tennessee, war die Strecke in Virginia von grandiosen Aussichten geprägt. Die Etappen in North Carolina werden, so hat es mir ein Through Hiker erzählt, auch „Green Tunnel“ genannt. Man wandert durch dichte Höhenvegetation und sieht keine Berge. Dies war hier anders und ich machte zur Mittagszeit an einem tollen Aussichtspunkt Essenspause. Alles war bei mir vorschriftsmäßig bärensicher verpackt und so beeilte ich mich die Sandwiches zügig zu verspeisen. Ich fürchtete sie zwar nicht, aber auf ein „Picknick mit Bären“ hatte ich keine große Lust. 😉

Unlike the tour at the Clingmans Dome in North Carolina and Tennessee, the one in Virginia was characterized by magnificent views. The stages in North Carolina are, as a Through Hiker told me, also called „Green Tunnel“. You walk through dense vegetation and see no mountain view. This was different here and I had lunch break at a great vantage point. Everything was packaged in a bear safe manner and I hurried to eat the sandwiches quickly. Although I did not fear them, I did not feel like having a „picnic with bears“ (the german title of „A walk in the woods„). 😉

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So ging es nun munter mehrere Stunden durch die Natur. Immer wieder unterbrochen von alten Baumriesen die den Unbilden des Wetters nichts mehr entgegen zu setzen hatten und schließlich nachgaben. Auf dem zweiten Bild unten sieht man einen Rastplatz von AT-Wanderern. Alles brennbare Material wurde entfernt, bzw. auch schon verfeuert, so dass es zu keinem Waldbrand kommen kann.

So I hiked several hours through nature. Interrupted again and again by old giant trees that had nothing to oppose the rigors of the weather and finally yielded. On the second picture below you can see a rest area of AT-hikers. All flammable material was removed, or already burned, so that it can come to any wild fire.

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Kurz vor Ende meiner Tour passierte es dann doch. Gefühlt lief ich bis dahin den ganzen Weg bergauf. Kaum machte ich mich an den Abstieg, hörte ich es im Wald vor mir rascheln. Waren es vor zwei Jahren wilde Truthühner die unseren Weg kreuzten, traf ich dieses mal auf eine andere Spezies. Etwa 50 m vor mir trottete ein Schwarzbär über den AT. Ich blieb also stehen, denn er schien mich nicht gehört zu haben. Da der Wind auch gegen mich blies konnte er mich nicht riechen. Nach einigen Minuten dachte ich daran weiter zu gehen, denn der Bär war schon wieder im Wald verschwunden. Aber kaum wollte ich losziehen, tauchten zwei kleine Bären auf. Offensichtlich war ich einer Bärenmutter mit ihren Jungen begegnet. Das änderte die Situation für mich ein wenig. Ich erinnerte mich an meinen Pfadfinderspruch von oben und marschierte gute fünfzig Meter wieder bergauf und wartete eine Weile. Die kleinen Bären waren zwar sehr schnell verschwunden, doch ich wusste nicht, wie weit sie schon im Wald waren. Irgendwann fing ich an zu Pfeifen und machte mich wieder auf dem Weg. Dieses mal mit Geräuschentwicklung, so dass ich keine Tiere überraschen würde. An der Stelle an der die Bären den AT gekreuzt hatten blickte ich in den Wald und konnte die Tiere in etlicher Entfernung noch einmal sehen.

Shortly before the end of my tour, it happened. With the feeling that I moved the whole way uphill, as soon as I started the descent, I heard it rustling in the forest in front of me. Two years ago there were wild turkeys crossing our way, this time I met another species. About 50 meters in front of me a black bear trotted over the AT. So I stopped, because he did not seem to have heard me. As the wind blew against me, he could not smell me. After a few minutes, I thought about going further, because the bear was already gone in the woods again. But as soon as I wanted to go, two Little bears appeared. Obviously, I had met a mother with her kids. That changed the situation somewhat for me. I remembered my scout saying from above and walked up a good fifty metres and waited for a while. The little bears had disappeared very quickly, but I did not know how far they were in the forest. At some point I started to whistle and went back on the way. This time with noise, so that I would not surprise any animals. At the place where the bears had crossed the AT I looked into the forest and could see the animals again at some safe distance.

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Insgesamt war ich an diesem Tag knapp fünf Stunden unterwegs und habe fast 20 km erwandert. Ich bin durch wunderschöne Natur gelaufen, habe fantastische Ausblicke gehabt und auf dem kompletten AT-Teilstück KEINEN (!) einzigen Menschen getroffen. Highlight waren definitiv die Bären, aber auch die Temperaturen. Selten habe ich  beim Wandern soviel geschwitzt wie hier.

All in all, I was on the road for almost five hours on this day and hiked almost 20 km. I went through beautiful nature, had fantastic views and met on the entire AT section NO (!) Single person. The highlight was definitely the bears, but also the temperatures. Rarely have I sweated so much at hiking as here.

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Solltet Ihr einmal die Gelegenheit haben ein Stück des Appalachian Trails zu wandern, dann ergreift sie! Ob aus mir je ein Through Hiker werden wird oder kann, steht sicherlich noch in den Sternen, doch mein Verlangen danach ist groß. Die Faszination die der Weg ausübt ist immens und wenn man Kontakte knüpfen kann (den einen oder anderen Wanderer haben wir getroffen), dann kommt es immer wieder zu tollen Begegnungen. Hier noch ein kleines YouTube-Video eines Through-Hikers, das in einer Fotokollage den Weg in Gänze beschreibt. Und wie oben erwähnt, wer mehr sehen will, der findet auf der Plattform Unmengen an Material!

If you ever have the opportunity to hike a section of the Appalachian Trail, then do it! Whether I ever will  become a Through Hiker is certainly still written in the stars, but my desire for it is big. The fascination of the trail is immense and if you can make contacts (we have met the one or other hiker), then these are always great encounters. Below is a small YouTube video of a Through-Hiker, which describes the AT in a photo collage in its whole. And as mentioned above, if you want to see more, you will find tons of material on the platform!

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Autor: P.

Als Mittvierziger (zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung hier) sind die Filmplakate die sich auf der Startseite des Blogs befinden, "Kunstwerke" die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Dort sind wohl die Wurzeln meines Hobbys zu verorten. Schwarz-Weiß ist heute noch genauso beliebt, wie es in meiner Kindheit noch solche Übertragungsgeräte gab. ;) Und das Schöne an der Sache ist, es gibt dazu auch die passenden Spiele-Settings! Besucht meine Seite :) : https://histofantasyandpulp.wordpress.com/

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