Spielbericht – Trafalgar (Britische Ostindien-Kompanie vs. Kaiserliche Marine)

Battle-Report – Trafalgar (East India Company vs. Marine Impériale)

SPB

Nach fast zwei Jahren Pause fand bei mir vor einigen Wochen wieder ein „Trafalgar“-Spiel statt. Da ich mit dem Bemalen von SAGA-Figuren nicht annähernd so schnell bin wie mein Mitspieler André, „überredete“ ich ihn, in der Zwischenzeit ein anderes Spielsystem – nämlich „Trafalgar“ – auszuprobieren. Er stimmte zu und ich freute mich darauf, wieder den Karton mit den Spielmaterialien hervorzuräumen.

After an almost two years break, a „Trafalgar“ game took place a few weeks ago. Since I’m not nearly as fast at drawing SAGA miniatures as my fellow player André, I „persuaded“ him to try out another game system in the meantime – „Trafalgar“. He agreed and I was looking forward in getting out the cardboard full of game materials.

Für einen detaillierten Bericht ist leider ist schon zuviel Zeit vergangen, so dass ich Euch nur einen kurzen Abriss schildere. Weil André das Spiel noch gar nicht kannte und ich lange Zeit nicht gespielt hatte, einigten wir uns darauf nur mit den Grundregeln zu spielen – einige der komplexeren Segelmanöver (Tacking, Boxhauling) ignorierten für den besseren Spielfluss ebenfalls. Es ging in erster Linie darum in die Spielmechanik einzuführen und Spaß zu haben. Bei späteren Spielen soll dann sukzessive die Komplexität gesteigert werden. André übernahm (ungeachtet des Namens 😉 ) die kleine französische Flotte und ich die Ostinidien-Kompanie.

Unfortunately, too much time has passed for a detailed report, so I’ll just give you a brief outline. Because André did not know the game and I had not played it for a long time, we agreed to just play with the basic rules – we also ignored some of the more complex sailing maneuvers (tacking, boxhauling) for better game flow. It was primarily about introducing the game mechanics and having fun. In later games, the complexity will be gradually increased. André took over (regardless of his name 😉 ) the small French fleet and I took the East India Company.


Unser Spiel stellte ein Seegefecht zwischen der kaiserlichen französischen Marine und der der britischen Ostindien Kompanie dar. Innerhalb von 15 Runden sollten die Franzosen den britischen Kauffahrer versenken. Hierbei stellte sich heraus, dass diese Rundenanzahl durchaus anspruchsvoll war. 10 Runden wären evtl. angemessener gewesen. 😉 Wie es sich gehörte, stießen wir vor Spielbeginn auf eine sportliche und faire Partie an. Und zwar mit original R(h)um! Um den Unterschied zu verstehen, bitte selbst nachlesen. 🙂

Our game was a naval battle between the Imperial French Navy and the British East India Company. Within 15 turns, the French were to sink the British merchant. It turned out that this number of turns was quite demanding. 10 could have been more appropriate. 😉 As it should be, we took a drink before we started  to have the game in a sporty and fair manner. With original R(h)um! To understand the difference, please read it by yourself. 🙂

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Flotte seiner Majestät des französischen Kaisers (Marine Impériale)

Linienschiff – 2te Klasse (Ship of the Line – 2nd rate)

Fregatte – 6te Klasse (Frigate – 6th rate)

Flotte der Britischen Ostindien Kompanie (East India Company)

Großes Handelsschiff (Large Merchant)

Fregatte – 6te Klasse (Frigate – 6th rate)

2x Sloops (2x Sloops)


Der Ort des Aufeinandertreffens passte von seiner Gestaltung, aber auch von den Wetterverhältnissen während des Spiels, sehr gut zum Kap der Guten Hoffnung. Eine kleine Insel (rechter Bildrand), eine steile Felsnadel und zwei felsige Untiefen engten unsere manövrierbare Segelfläche ein. Die Initiative erhielt ich, denn meine beiden Sloops waren näher am Wind als Andrés Linienschiff. Nichts desto trotz bewegte sich meine Fregatte zuerst. Danach die französische, im Anschluss daran der britische Kauffahrer und das Linienschiff. Am Ende meine beiden Sloops. Jede von ihnen hatte eine Geschwindigkeit von 16 cm und war damit allen anderen Schiffen haushoch überlegen.

The location of the battle matched well with its design, but also the weather conditions during the game, to the Cape of Good Hope. A small island (right edge of the picture), a steep needle and two rocky shoals narrowed our maneuverable sail area. I got the initiative, because my two Sloops were closer to the wind than Andrés Ship of the Line. Nevertheless, my frigate moved first. Then the French, followed by the British merchant and the Ship of the Line. At the end my two sloops set sail. Each of them had a speed of 16 cm and was thus far superior to all other ships.

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Obwohl kein Kriegsschiff, war das große Handelsschiff nicht wehrlos! Es verfügte fast über die doppelte Anzahl an Geschützen (4 leichte Kanonen, 1 schwere Kanone) gegenüber der Fregatte. Diese war allerdings schneller und manövrierbarer. Und so schob sich der „Zivilist“ vor die Fregatte und deckte das kleinere Schiff.

Although not a warship, the big merchant ship was not defenseless! It had almost double the number of cannons (4 light cannons, 1 heavy cannon) in relation to the frigate. However, this was faster and more manoeuvrable. And so the „civilian“ pushed in front of the frigate and covered the smaller ship.

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In jeder neuen Runde ist bei „Trafalgar“ ein Wurf für das Wetter erforderlich. Diesen Wurf  führt immer der Spieler mit der Initiative aus. Beim Wurf einer „1“ ändert sich das Wetter und ein weiterer Wurf auf der Windtabelle wird durchgeführt. Es gelang mir tatsächlich, in 8 Runden insgesamt sechsmal eine „1“ zu werfen. Damit aber nicht genug, bei bestimmten Würfen muss ein Wurf auf die Wetterlage oder die Windverhältnisse ausgeführt werden. Auch das gelang mir beständig. Und so hatten wir schweren Regen (reduzierte Geschützreichweiten), Nebel (sehr reduzierte Geschützreichweiten) und auch noch eine Flaute (reduzierte Geschwindigkeit).

In each turn at „Trafalgar“ a dice is rolled for the weather. This roll is always done by the player with the initiative. When a „1“ is rolled, the weather changes and another roll on the wind table is made. I actually managed to throw a „1“ for six times during 8 turns. But this is not enough, with certain rolls you have to look on the weather or the wind conditions. I succeeded in that too. And so we had heavy rainfall (reduced gun ranges), fog (very reduced gun ranges) and also a gale (reduced speed).

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In kurzer Zeit gelang es den Franzosen ihre Schiffe in einen Verband zu gruppieren. Leicht versetzt näherten sie sich den „Händlern“ und eröffneten mit ersten Breitseiten das Feuer!

In a short time, the French managed to group their ships into a formation. Slightly offset, they approached the „merchants“ and opened the fire with first broadsides!

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In einem waghalsigen Segelmanöver versuchte der Kapitän des Kauffahrers durch die Linie der beiden Franzosen zu brechen. Dabei hatte er nicht bedacht, dass auf der Steuerbordseite die gefährliche Felsnadel aus dem Meer ragte. Es passte nur noch ein Blatt Pergament zwischen Bordwand und Felsenkante und bedrohlich knirschte der Schiffsrumpf. Bei dieser Gelegenheit tauschten das Handelsschiff und das französischen Linienschiff noch eine Breitseite aus. Hierbei kamen auch die Karronaden des Kriegsschiffs zum Einsatz.

In a daring sailing maneuver the captain of the merchant tried to break through the line of the two Frenchmen. But he had not considered the dangerous rock needle on the starboard side sticking out of the sea. It only fit a sheet of parchment between the ship’s side and the edge of the rock and the hull threateningly crunched. On this occasion, the merchant ship and the French liner exchanged a broadside. The warship were used also the carronades.

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Zwischenzeitlich „rasten“ die Sloops der Handelskompanie mit unglaublichen Geschwindigkeiten (teilweise 20 cm) über die Wellenkämme und versuchten den französischen Schiffen ins Heck oder vor den Bug zu kommen (die einzige Möglichkeit mit ihren, jeweils, 2 leichten Geschützen nennenswerte Schäden = kritische Treffer auszurichten). So gut das Segelmanöver des Handelsfahrerkapitäns auch war, es schützte ihn nicht davor, eine Breitseite in sein Heck zu kassieren. Die leichten und schweren Geschütze, sowie die Karronaden prasselten in die Holzaufbauten. Schwere Eisenkugeln flogen von hinten durch das ganze Schiff nach vorn (mehrere kritische Treffer: gesamte Besatzung wird getötet).

In the meantime, the Sloops of the company „raced“ over the crests of the waves at incredible speeds (20 cm in some cases) and tried to get the French ships in the stern or the bow (the only possibility with their 2 light guns to cause significant damage = critical hits). As good as the merchantmans captain’s sailing maneuver was, it did not protect it from concocting a broadside in his stern. The light and heavy guns and the carronades pattered into the wooden structures. Heavy iron balls flew from behind through the ship (several critical hits: entire crew is killed).

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Bevor dies geschah, konnte der große Kauffahrer, mit Unterstützung durch die Fregatte, der französischen Fregatte schwere Treffer und Schäden zufügen. Die kompletten Aufbauten, außer den Masten, wurden zerstört (dadurch wird die Breitseite halbiert, d. h. nur noch ein leichtes Geschütz vorhanden). Mehrere Kugeln schlugen unter der Wasserlinie ein, das Kriegsschiff schlug leck (Strukturpunkte unter Wasser halbiert) und die Besatzung hatte schwere Verluste (Abzug von einem Crewpunkt). Eine Sloop versuchte das Linienschiff abzulenken, doch ihre leichten Geschütze richteten nur geringe Schäden aus den dicken Eichenholzaufbauten an.

Before this happened, the big merchantman inflicted heavy hits and damage on the French frigate, with the help of its own frigate. The complete structures, except the masts, were destroyed (this halves the broadside, ie only a light gun left). Several bullets hit below the waterline, the warship leaked (structural points cut in half under water) and the crew suffered heavy casualties (deduction of one crew point). A british sloop tried to distract the battleship, but their light guns did little damage at the thick oakwood structures.

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Einer vorwitzigen Sloop gelang es ins Heck des Linienschiffs zu kommen und mit ihrer Breitseite leichter Geschütze, dem französischen Schiff einige Treffer zuzufügen. Auch hier bezahlte die Besatzung teuer für den Fehler des französischen Kapitäns (Abzug von zwei Crewpunkten durch kritische Treffer). Das gleiche Schicksal widerfuhr aber ebenso dem Schwesterschiff der Sloop. Aufgrund der schieren Anzahl von Treffern der Linienschiffgeschütze wurde es bei den Felsen (oben im Bild) versenkt.

A cheeky sloop managed to get into the stern of the Ship of the Line and, with its broadside of light guns, hit the French ship a few times. Again, the crew paid dearly for the mistake of the French captain (deduction of two crew points by critical hits). But the same fate struck the sister ship of Sloop. Due to the sheer number of hits of the Ship of the Lines guns, it was sunk by the rocks (top of the picture).

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Nach 8 Runden endete schließlich das Spiel. Der Kauffahrer, Ziel der französischen Marine, segelte als „Fliegender Holländer“ über die Tischkante hinaus und galt damit als versenkt. Damit gewann die Flotte des Kaisers das Spiel.

After 8 turns, the game finally ended. The merchantman, target of the French navy, sailed over the edge of the table like the „Flying Dutchman“ and was thus considered sunk. So, the fleet of the Emperor won the game.

Wie sah es bei den anderen Schiffen aus? Die englische Fregatte hatte durch kritische Treffer ebenfalls einen Crewpunkt eingebüßt, die zweite Sloop war unbeschädigt. Allerdings nützte das für das gespielte Szenario nichts. Ich hoffe André hat „Trafalgar“ ebenso Spaß bereitet wie mir und ich freue mich auf unser nächstes Spiel! 🙂

And what about the other ships? The English frigate had also lost a crew point due to critical hits, but the second sloop was undamaged. However, that did not help the scenario we played. I hope André had as much fun as me with „Trafalgar“ and I’m looking forward to our next game! 🙂

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Autor: P.

Als Mittvierziger (zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung hier) sind die Filmplakate die sich auf der Startseite des Blogs befinden, "Kunstwerke" die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Dort sind wohl die Wurzeln meines Hobbys zu verorten. Schwarz-Weiß ist heute noch genauso beliebt, wie es in meiner Kindheit noch solche Übertragungsgeräte gab. ;) Und das Schöne an der Sache ist, es gibt dazu auch die passenden Spiele-Settings! Besucht meine Seite :) : https://histofantasyandpulp.wordpress.com/

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