Spielbericht – Medieval Warfare (Das ‚Ende‘ einer langen Reise?)

Wikinger

Wikinger. Sie kennt wohl jeder, der sich mit dem Tabletop-Hobby auseinander setzt. Nicht nur die ‚Historischen‘, nein, auch die ‚Phantastischen‘! Letztere werden mit Analogien von wikingerähnlichen Völkern konfrontiert. Oft mit Hörnerhelmen in Verbindung gebracht, auch wenn jeder weiß (oder wissen sollte), dass dies ein Mär ist! Aber da hat uns wohl die Mannschaft um Wickie nachhaltig beeinflusst.

Was mir zum Thema ‚Wikinger‘ einfällt und mich bewegt, bzw. bewegt hat, ist oben zu sehen! Der Zeitverlauf ist von links nach rechts zu lesen. Zuerst segelte ich mit Kirk Douglas auf Raubzug nach Northumbria. Später erfreuten mich die Comics um Prinz Eisenherz, der als Wikingerprinz die bekannte und die unbekannte Welt des dunklen Zeitalters bereiste. Und vor kurzem lernte ich Ragnar Lodbrok kennen. Mit ihm und seinem Tross fieberten wir auf dem Wohnzimmersofa mit. All dieses Zelluloid, Papier und meine Erlebniswelten führten mich dazu nach langen Jahren der Fantasy-Spielsysteme ein historisches Regelwerk anzustreben. Und eine der Parteien sind die Wikinger.

Unstet wie ich in Hobby-Dingen immer wieder einmal bin, dauerte es um etliches länger als gedacht, um zwei passende Streitmächte auszuheben und sie endlich gegeneinander antreten zu lassen. Über den vergangenen Zeitraum schweige ich (zumindest jetzt) lieber. Ich war froh, als es mir letzte Woche gelang, das Regelwerk ‚Medieval Warfare‘ des englischen Unternehmens Foundry endlich auszuprobieren. Hier folgt ein kleiner Spielbericht.

 

 974: Unweit von Haithabu

Vieles tat sich in diesem Jahr! Das Heilige Römische Reich war in Aufruhr. Im Süden des Reiches bildeten die Herzogtümer Bayern und Schwaben, sowie das Königreich Burgund einen festen Block der dem Kaiser, Otto II, nicht nur das Leben, sondern auch das Regieren schwer machte.
Insbesondere sein Vetter, Heinrich der Zänker, der Herzog von Bayern agierte offen und versteckt gegen ihn. Eine Verschwörung von Heinrich mit den Herzögen von Polen und Böhmen führte dann zu Heinrichs Inhaftierung.

Zur gleichen Zeit erhob sich Harald I. Gormson, auch genannt Harald Blauzahn. War er dem Vater Ottos II noch Gefolgsmann, verweigerte er dies dem Sohn. Aufgrund des höheren Alters und weil Harald neben der dänischen, jetzt auch die norwegische Königswürde trug, wagte er wohl den Aufstand. Er fiel in die Nordmark des Reiches ein und drang auch über das Danewerk auf Ottos Reichsgebiet vor. Nordmark und Danewerk waren daraufhin Schauplätze blutiger Gefechte zwischen den Truppen des Reiches und dänischen und norwegischen Wikingern.

(Unser Spiel war ein Testlauf. Weder mein Spielpartner, noch ich, hatten bislang das System ausprobiert und auch das Einlesen in die Spielmechanik konnte im Vorfeld nicht so durchgeführt werden, wie es hätte sein sollen. Aufgrund dessen dauerte der Spielzug 1 auch gut und gerne 1,5 Stunden. Bis Spielende vergingen dann 3,5 Stunden. Dazu sei gesagt, dass der letzte Zug wohl 15 Minuten dauerte. Man sieht, sobald die Mechanismen verstanden waren, ging es sehr flott.)

In der spärlich bewachsenen Geest-Landschaft trafen zwei kleine Vorhuten aufeinander. Die Truppen der Wikinger waren dominiert von schwer gerüsteten Freien und Huscarls, während die Streitmacht des kaiserlichen Stadthalters ein Kontingent an Berittenen enthielt. Darunter schwere Kavalleristen.

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Leicht- und schwergerüstete Freie sowie Huscarls

 

Die Kavallerie wurde auf den beiden Flanken platziert um deren größere Reichweite auszunutzen. Im Kern formierten sich die Fußtruppen.

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Im Hintergrund links einer der kaiserlichen Befehlshaber, vorne Plänklerbogenschützen und verschwommen rechts, schwere Infanterie

 

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Links schwere Infanterie und rechts leichte Infanterie

(Im Grunde gab es für dieses Auftaktspiel keinerlei großes Taktieren. Wir verwendeten keine Geländestücke und damit beeinflussende Faktoren und auch etwaige Sonderregeln [kennen wir nicht alle den „Schildwall“-Ruf von Ragnar und seinen Weggefährten 😉 ] ließen wir außer acht. Es ging schließlich darum die Spielmechaniken zu erlernen. Also vorwärts und mit minimalem taktischen Geschick agiert.)

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Zusammentreffen auf dem Feld der Ehre

Die leichte Reiterei des Kaisers griff die Bogenschützen der Wikinger an, ohne dass sie auch nur von den Pfeilen der Nordmänner angekratzt wurde. Allerdings schienen diese in der Gunst der Götter zu stehen, denn keiner ging im Ansturm von Roß und Reiter verloren. Lange wogte der Kampf hin und her. Während das große Kontingent der leichtgerüsteten Freien den Angriff der kaiserlichen Ritter abfing (Bildmitte oben), trafen alle anderen Infanterieeinheiten aufeinander und ein großes Hauen und Stechen hob an.

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Die Huscarls erwarten den Angriff

Während es den schwer gepanzerten Haustruppen des Wikingerjarls gelang die leichte Infanterie der Ostfranken aufzureiben, durchbrachen die Ritter die Reihen der Nordmänner und schlugen eine Einheit nach der anderen in die Flucht.

Die Wikinger mussten sich hinter das Danewerk zurückziehen!

Damit endete für uns das erste Spiel mit einem neuen Regelsystem. Was am Start zäh begann, wandelte sich im Laufe der Partie zu einer recht flüssigen Zugfolge. Ich denke, dass weitere Partien folgen werden! Dann auch mit den Zusatz- (Schildwall, Eberkopf, ect.) und Geländeregeln. Eine detailliertere Betrachtung des Regelwerks werde ich in einem anderen Beitrag vornehmen.

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Autor: P.

Als Mittvierziger (zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung hier) sind die Filmplakate die sich auf der Startseite des Blogs befinden, "Kunstwerke" die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Dort sind wohl die Wurzeln meines Hobbys zu verorten. Schwarz-Weiß ist heute noch genauso beliebt, wie es in meiner Kindheit noch solche Übertragungsgeräte gab. ;) Und das Schöne an der Sache ist, es gibt dazu auch die passenden Spiele-Settings! Besucht meine Seite :) : https://histofantasyandpulp.wordpress.com/

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